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{{Taxobox
| Taxon_Name = Dromedar
| Taxon_WissName = Camelus dromedarius
| Taxon_Rang = Art
| Taxon_Autor = Linnaeus, 1758
| Taxon2_Name = Altweltkamele
| Taxon2_WissName = Camelus
| Taxon2_Rang = Gattung
| Taxon3_Name = Kamele
| Taxon3_WissName = Camelidae
| Taxon3_Rang = Familie
| Taxon4_Name = Schwielensohler
| Taxon4_WissName = Tylopoda
| Taxon4_Rang = Unterordnung
| Taxon5_Name = Paarhufer
| Taxon5_WissName = Artiodactyla
| Taxon5_Rang = Ordnung
| Taxon6_WissName = Laurasiatheria
| Taxon6_Rang = Überordnung
| Bild = Camelcalf-feeding.jpg
| Bildbeschreibung = Dromedarstute mit Jungtier
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Das '''Dromedar''' (''Camelus dromedarius''), auch als '''Einhöckriges''' oder '''Arabisches Kamel''' bezeichnet, ist eine art aus der Gattung der Altweltkamele innerhalb der Familie der Kamele (Camelidae). Es ist als Last- und Reittier in weiten Teilen Asiens und Afrikas verbreitet, in seiner Wildform jedoch ausgestorben. Nachkommen von freigelassenen oder entlaufenen Tieren leben heute noch in großer Zahl verwildert in den Zentralregionen Australiens. Der Name kommt aus dem griechischen (''dromás''), was ?laufend? bedeutet.

Merkmale

Allgemeines

<gallery perrow="2" class="float-right" mode="nolines" caption="Anatomie">>

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Dromedare sind an ihrem einzelnen Höcker sofort vom Trampeltier, dem zweihöckrigen Kamel, unterscheidbar. Sie erreichen eine Kopfrumpflänge von 2,3 bis 3,4 Metern, eine Schulterhöhe von 1,8 bis 2,3 Metern und ein Gewicht von 300 bis 700 Kilogramm. Der Schwanz ist mit rund 50 Zentimetern relativ kurz. Das Fell ist meist sandfarben, es kommen jedoch auch andere Farbschläge von weiß bis extrem dunkelbraun vor. Scheitel, Nacken, Hals und Rumpf sind mit längerem Haar bedeckt. Diese Tiere haben einen langen Hals, auf dem ein langgezogener Kopf sitzt. Die Oberlippe ist gespalten und die verschließbaren Nasenlöcher sind schlitzförmig. Die Lider tragen sehr lange Wimpern. Diverse Hornschwielen befinden sich auf dem Brustbein, an Ellenbogen, Handwurzel, Ferse und Knie. Die Füße haben wie bei allen Kamelen (auch Lama, Alpaka, Vikunja, Guanako in Südamerika) zwei Zehen, die anstatt mit Hufen mit schwieligen Polstern versehen sind. Der Magen setzt sich wie bei allen Kamelen aus mehreren Kammern zusammen, was das Verdauen der Pflanzennahrung erleichtert.

Das Herz wiegt etwa 5 kg; es hat zwei Ventrikel mit der Spitze nach links gekrümmt. Die Pulsfrequenz beträgt 50 Schläge pro Minute.

Dromedare wurden auch auf dem Balkan, in Namibia und auf den Kanarischen Inseln eingeführt.

Nachdem die Dromedare in Australien Mitte des 19. Jahrhunderts aus Indien eingeführt worden waren, um sie für die Erschließung des Binnenlands zu nutzen, wurden sie von etwa 1840 bis 1907 als Nutztiere verwendet. Die Nachkommen von freigelassenen oder entlaufenen Tieren leben bis heute dort verwildert in den Zentralregionen. Diese Population ist die einzige freilebende Dromedarpopulation der Welt; in dem 2010 verabschiedeten ?Nationalen Aktionsplan zu wildlebenden Kamelen? gingen die Autoren von mehr als einer Million Tiere aus.

Auch im Südwesten der USA gab es aus denselben Gründen wie in Australien eine wildlebende Population, die jedoch Anfang des 20. Jahrhunderts ausgerottet wurde.

Lebensweise

Sozialverhalten

Dromedare sind tagaktiv. Freilebende Tiere leben meist in Haremsgruppen, die sich aus einem Männchen (Hengst), mehreren Weibchen (Stuten) und dem dazugehörenden Nachwuchs (Fohlen) zusammensetzen. Heranwachsende Männchen schließen sich oft zu Junggesellengruppen zusammen, diese sind aber nicht sehr langlebig. Manchmal kommt es zwischen Männchen zu Kämpfen um die Führungsrolle in einer Gruppe, die durch Bisse und Fußtritte ausgetragen werden.

Nahrung

Diese Tiere sind wie alle Kamele Pflanzenfresser, die alle Arten von Pflanzen zu sich nehmen können ? sogar dornige und salzige. Die Nahrung wird wenig zerkaut verschluckt und gelangt zunächst in den Vormagen, um nach dem Wiederkäuen endgültig verdaut zu werden. Dieser Vorgang ähnelt dem der (Ruminantia), zu denen die Kamele zoologisch allerdings nicht gerechnet werden. Das Verdauungssystem der Kamele dürfte sich unabhängig von dem der Wiederkäuer entwickelt haben, was sich unter anderem darin zeigt, dass die Vormägen mit Drüsen versehen sind. In absoluten Notsituationen fressen sie jedoch auch Knochen, Häute oder Fleisch und unverdauliche Stoffe.

Fortpflanzung

Die Paarung erfolgt oft im Winter, hängt aber mit der Regenzeit zusammen. Die Tragezeit beträgt rund 360 bis 440 Tage, üblicherweise kommt ein einzelnes Jungtier zur Welt, Zwillinge sind selten. Neugeborene sind Nestflüchter und können nach einem Tag bereits selbstständig laufen. Rund ein bis zwei Jahre kümmert sich die Mutter um den Nachwuchs, das Absetzen erfolgt nach einem bis eineinhalb Jahren. Zwei Jahre nach der Geburt kann das Weibchen erneut werfen.

Die Geschlechtsreife tritt bei Weibchen mit drei Jahren, bei Männchen bei vier bis sechs Jahren ein. Die Lebenserwartung wird auf 40 bis 50 Jahre geschätzt.

Dromedare und Menschen

Wilde Dromedare

Die wilde Stammform des domestizierten Dromedars ist schon im ausgestorben. Im 2. Jahrtausend v. Chr. bewohnte die Art wohl nur noch ein kleines Areal in den südwestlichen Küstenregionen der Arabischen Halbinsel. Hier wurden die Tiere zunächst stark bejagt, wie sich an Knochenfunden in archäologischen Ausgrabungsstätten ablesen lässt.

Domestizierte Dromedare

Das Dromedar wurde vermutlich Ende des 2. Jahrtausends v. Chr. auf der Arabischen Halbinsel halten und gleichmäßig auf dem Rücken verteilen. Zwischen 1300 und 100 v. Chr. entwickelten nomadisch lebende arabische Ethnien einen für das Dromedar angepassten Tragesattel, der es erlaubt, durchschnittlich etwa 250 Kilogramm auf dem Tier zu transportieren. Diese Sattelform ist seit mehr als 2000 Jahren nahezu unverändert in Gebrauch.

Bei den Reitsätteln werden die schweren arabischen Höckersättel, deren Holzgestell über den gesamten Höcker gelegt wird, von den am Nordrand der Sahara verbreiteten leichteren Schultersätteln unterschieden. Bei diesem auf eine Entwicklung der Berber zurückgehenden Typ sitzt der Reiter nicht mit herunterhängenden Beinen auf, sondern vor dem Höcker, wo er seine Füße am Hals abstützen kann. Der mauretanische Männerreitsattel Rahla ist ein Beispiel. In Tunesien sitzt der Reiter hinter dem Höcker.

Das Dromedar verbreitete sich als Haustier erst recht spät in Nordafrika. Seit der Zeitenwende dehnt sich sein Verbreitungsgebiet jedoch auch aufgrund der zunehmenden Desertifikation stetig aus, oft auf Kosten von Hausrindern. Heute gibt es verschiedene Rassen, die meist entweder als Reittiere oder robuste Tragtiere gezüchtet werden. Man unterscheidet Reit-, Renn-, Last-, Berg- und Flachlanddromedare sowie Zwischenformen. Teilweise werden auch Hybride mit dem Trampeltier erzeugt, die aufgrund von Heterosis-Effekten größer und schwerer sind; sie eignen sich aber nicht für die Weiterzucht, werden also als Gebrauchskreuzungen immer wieder neu erzeugt.

Das Dromedar ist der wichtigste Begleiter der nomadisierenden Beduinen in der Sahara und in den arabischen Wüstengebieten. Es ist sowohl Last- als auch Reittier und dient den Beduinen als Lieferant von Wolle, Milch und Fleisch. Durch seine Genügsamkeit ermöglichte es die Einrichtung von Handelswegen durch unwegsame Wüstengegenden (z. B. der von Südarabien an das Mittelmeer) und trug somit wesentlich zum wirtschaftlichen Wohlstand jener Zeit bei.

Die militärische Nutzung von Dromedaren als Reittier ist zumindest seit dem 9. Jahrhundert v. Chr. belegt. Bis heute werden die Tiere für diesen Zweck eingesetzt.

''Siehe dazu den Hauptartikel Kamelreiter.''

Charakteristik

Ilija Trojanow charakterisiert in seinem Buch Der Weltensammler dieses domestizierte und als Last- und Reittier in weiten Teilen Asiens und Afrikas verwendete Kamel:

Anders beschreibt Alexander William Kinglake das Wesen einer Dromedarstute in seinem Reisebericht ''Eothen'':

Literatur

  • E. Mukasa-Mugerwa: ''The Camel (Camelus Dromedarus): A Bibliographical Review.'' International Livestock Centre for Africa, Addis Abeba 1981, ISBN 92-9053-013-8.
  • Faisal Almathen, Pauline Charruau, Elmira Mohandesan, Joram M. Mwacharo, Pablo Orozco-ter Wengel, Daniel Pitt, Abdussamad M. Abdussamad, Margarethe Uerpmann, Hans-Peter Uerpmann, Bea De Cupere, Peter Magee, Majed A. Alnaqeeb, Bashir Salim, Abdul Raziq, Tadelle Dessie, Omer M. Abdelhadi, Mohammad H. Banabazi, Marzook Al-Eknah, Chris Walzer, Bernard Faye, Michael Hofreiter, Joris Peters, Olivier Hanotte, Pamela A. Burger: ''Ancient and modern DNA reveal dynamics of domestication and cross-continental dispersal of the dromedary.'' In: ''.
  • Ilse U. Köhler-Rollefson: ''Camelus dromedarius.'' In: ''Mammalian Species.'' 375, 1991, S. 1?8, .
  • Heike Bentheimer: ''Das Geschenk Gottes.'' In: ''Marokko: Tradition und Kultur im Land der Berber.'' Hrsg.: Bernd Schwenkros u. Detlef von Oppeln, Trescher Verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-89794-324-7, S. 32 (Leseprobe von Google Books).

Weblinks

  • ''Dromedary Camel'' auf creatures-of-the-world.wikia.com, abgerufen am 21. Juni 2018.
  • ''Fact sheet Dromedar'' auf ultimateungulate.com.
  • ''Kamelplage soll Geldsegen werden.'' Artikel auf orf.at.
  • Holger Schulz: Reportage vom 19. April 2009, auf: ?Die faszinierende Welt der Tiere.? abgerufen am 18. Januar 2020.

Einzelnachweise